Präsentation der Studie „Angelfischerei in Österreich“ beweist die Kraft der Community.

„Rettungsgasse für die Fische“: Der River and Nature Trust war durch meine Person* am 13. Oktober im Park Inn in Linz bei der der Veranstaltung des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz vertreten: Leider war mein Zeitplan so eng, dass ich nur einen Tag bei dem Kongress anwesend sein konnte, aber ich habe genug „Spirit“ mitbekommen um Ihnen schreiben zu können:

Die österreichische Fischerei zieht, wenn es um den Schutz der Fische und Gewässer geht, an einem Strang, sie ist sich der mannigfaltigen Probleme bewusst und sucht Lösungen.

Ich darf Ihnen, ganz subjektiv, meine Eindrücke und „Learnings“ in diesem Artikel kundtun:

Das „Who is who“ der Stakeholder der Fischerei und des Gewässerschutzes war der Einladung von ÖKF Fishlife gefolgt: 

Von der ÖFG1880 über den ÖFV, alle durch die Präsidenten vertreten, der BOKU, die Via Donau, das Bundesamt für Wasserwirtschaft, zahlreiche Fischereivereine, alle Landesverbände, Forstdirektionen, die Bundesforste oder die Uni Graz, um nur einige davon zu nennen, insgesamt waren es mehr als 100 Expert: innen, die sich zum zweitägigen Programm einfanden

Aus dem benachbarten Ausland waren Deutschland, die Schweiz und Südtirol vertreten, ebenso die Europäischen Anglerallianz, die in Brüssel 10 Mitgliedsstaaten mit 25 Mio. Fischer: innen vertritt.

Man muss Sonja Behr, der Geschäftsführerin und Ihrem Team ein Riesenlob aussprechen, wahrscheinlich lag das auch am „Magnetismus“ des scheidenden Präsidenten Helmut Belanyecz, der zu seinem Abschied einfach und klar die Dinge aussprach, die aus einem bloßen Fischer einen Aktivisten machen können: Die Liebe zur Natur, verbunden mit den Problemen der Fische und Flüsse, welche ohne Stimme sind und Menschen mit Engagement existentiell brauchen.

Bild ÖKF Fishlife (O.Lindner): Michael Landschau, Sonja Behr, Johann Schöffmann, Alfred Brauneder, Helmut Belanyecz, Franz Kiwek, Europ. Anglers Alliance: Fred Bloot.

Kurz ein paar Daten zur Studie, den Pfad zu allen Daten finden sie nach dem Artikel:

46% aller  Österreicher:innen haben irgendwann, irgendwo schon gefischt

690.000 kann man als affin bezeichnen, sie haben in den letzten 12 Monaten gefischt

8% davon im Ausland (Urlaubserlebnis)

350.000 aktive Fischer:innen gibt es in unserem Land

180.000 sind Kartenbesitzer

Von den Aktiven sind 53% mit der Bestandsentwicklung unzufrieden

Der „Marktwert“ der Fischerei:

2186.- sind die durchschnittlichen Ausgaben pro Fischer:in pro Jahr

Die gesamt entstandene Wirtschaftsleistung durch die Fischerei wird mit 600 bis 800 Mio per anno hochgerechnet.

Image des Angelns – sind wir Fischer: innen Eigenbrötler?

In der Studie findet ihr auch interessante Daten zur Außensicht über Fischer: innen, die ich jetzt nicht vorwegnehme, sondern auch kurz aus einer Keynote von Olaf Lindner erzähle, der für den Deutschen Angelfischer Verband sprach.

In Deutschland gilt es in Zeiten des Veganismus, der Urbanisierung und der radikalen Tierrechtsorganisationen wie PETA, positive Stimmung für das Fischen, den Aufenthalt am Wasser und in der Natur zu erzeugen. Dort wird mit weitaus auffälligeren Mitteln als bei uns gearbeitet, was den grafischen Auftritt betrifft, hier ein Beispiel:

Bild: Deutscher Angelfischer Verband

Was mich bewegt hat, war der Vortrag von Thomas Friedrich von der Boku Wien, betreffend dem Huchen, dem Fisch des Jahres des Österreichischen Fischereiverbandes.

Man muss sich vor Augen halten, dass nur noch 0,7 Prozent des ursprünglichen Verbreitungsgebiets in sehr gutem Zustand sind.

Besonders problematisch ist der Ausbau der Wasserkraft: Rund 80 Prozent der Flussstrecken werden derzeit bereits genutzt, weshalb die Wasserkraft in Österreich keinen weiteren wesentlichen Beitrag zur Energiewende mehr leisten kann. In Zahlen gefasst, gibt es in Österreich nur noch 550 km freie Fließstrecken an großen und 1400 km an kleinen Flüssen. Und jetzt kommt es: Das österreichische Flussnetz ist 100.000 Kilometer lang. Wir haben in alleine 4000 Kleinkraftwerke gebaut (Quelle Ökostrom Homepage)

Bild by LiquidArt: Wikimedia Creative Commons

Dem nicht genug, sind die letzten 0,7 % auch bald futsch? Frag die Energie Steiermark: Die Obere Mur gilt als die letzte Strecke in Österreich, die noch einen zufrieden stellenden Bestand hat. Raten Sie einmal, wo in der Steiermark neue Wasserkraftwerke geplant werden: In Zeltweg und in St. Michael an der Oberen Mur, einem Natura 2000 Gebiet! Anbei ein Link zum aktuellen Stand in St.Michael aus einem Artikel von Günter Pilch (Kleine Zeitung)

Ein letzter Ausflug ins benachbarte Ausland: Sehr informativ war auch der Vortrag des Schweizerischen Fischereiverbandes, der zeigte, wie mit einfachen und Kosten schonenden Mitteln öd regulierte Gewässer wieder zu einer respektablen Fischheimat werden können.

Mein Summary: Danke für die tolle Arbeit! Drauf lässt sich aufbauen.

Bild ÖKF Fishlife (O.Lindner): Full House in Linz

Veranstaltungen wie diese zeigen, dass die Angelfischerei in Österreich Zusammenhalt hat, auch wenn das Problem einer Österreich weiten Fischerkarte unlösbar scheint, aber das ist kein Kriterium für die Artenvielfalt.

Dort, wo es um die Arterhaltung, wissenschaftliche Kooperationen oder Austausch von Positionen geht, spricht die Branche eine gemeinsame Sprache und ist imstande, Botschaften mit Substanz für die Biodiversität zu erzeugen. Diese gilt es nun, auch gemeinsam wirksam nach außen zu tragen, wobei die aktuelle Studie ein hilfreiches Mittel ist:

Sie beweist, dass die Angelfischerei in Österreich ein wichtiger gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und umweltschützender Faktor ist.

Linksammlung:

Studie des ÖKF Fishlife

Schweizerischer Fischereiverband

Deutscher Angelfischereiverband

Huchenstudie des Österreichischen Fischereiverbandes

*der Autor Christoph Mahdalik ist Fliegenfischer, als JägerwaldMarketing die Kreativagentur des River and Nature Trust sowie dessen Sprecher.

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